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Obwohl es bereits 1992 veröffentlicht wurde, dauerte es eine lange Zeit, bis HTML und das World Wide Web an seiner Bedeutung gewannen. Erst in den Jahren 1995/96 startete das World Wide Web durch. Davor war es eher etwas für Geeks, Programmierer oder Technik begeisterte Menschen.
Netscape Navigators 4 unter Windows 95
Da allein die Einrichtung viel Zeit und Geduld erforderte, war das surfen im World Wide Web ein Abenteuer für sich. Das erstellen von Webseiten war eigentlich keine Sache. Wenn man hingegen kommerzielle Anwendungen erstellen wollte, so musste man sich noch zwischen dem Web, den französischen Minitel oder dem deutschen BTX entscheiden.
Das erstellen einer Website im Stil der 90er Jahre
Die größte Herausforderung in Mitte der 90er Jahre bestand zum größten Teil darin, jemanden zu finden, der die Webseite hostet. Eine Domain zu registrieren, war im Gegensatz zur heutigen Zeit eine ganz andere Geschichte. Angenommen man hätte einen eigenen Server oder aber jemanden gefunden der die eigene Webseite hosten würde, so würde dieser einem zu der Zeit wahrscheinlich auch nur einen FTP-Zugang gewähren, welcher es einem ermöglicht HTML-Code und die für damals gewöhnlichen GIF-Bilder für die eigene Webseite zu speichern.
HTML 1.0, 2.0 bis hin zu 3.2 waren relativ einfach. Sogar sehr einfach könnte man sagen. JavaScript erblickte erst im Jahre 1995 das Licht der Welt und es dauerte selbst da noch eine ganze Zeit bis es in den Browsern, damals hauptsächlich Netscape und Internet Explorer, übernommen wurden. Gleiches gilt im übrigen auch für die im Jahre 1994 auf dem Markt gekommenen Cookies. Fast jeder Browser gab eine Meldung aus, dass dem Benutzer aufforderte Cookies zu akzeptieren – ein Déjà-vu? Wenn einem also jemand erlauben würde seine Webserver-Software auf seinem Unix-Rechner zu verwenden, könnte man damit nur ein paar HTML-Dateien und Bilder hosten und man wäre damit ein Webmaster. Allerdings nicht so, was den heutigen Internetnutzern wirklich begeistern würde.
Um eine interaktive Webseite zu erstellen, welche Benutzer nicht nur durchsuchen, sondern tatsächlich mit ihr interagieren können, wie z.B. durch einen Chat, so würde man wahrscheinlich CGI (Common Gateway Interface) verwenden oder einen eigenen Webserver erstellen. Solch ein Aufbau eines eigenen Webservers war zwar damals keine Seltenheit gewesen, doch griffen die meisten dabei eher auf CGI zurück. Das was CGI früher und auch heute noch tut ist, dass dies HTTP-Anfragen an die jeweilige Anwendung weiterleitet und die Anwendung würde den Header, HTML-Code oder den Content zurückgeben. Perl, C und C++ waren dabei die am häufigsten verwendeten Sprachen zum erstellen einer CGI-Anwendung für den Webserver. Es war jedoch sehr umständlich, da alles was interaktiv war auf dem Server erledigt werden musste. Da es zuvor noch keine Cookies gab, erfolgte die Sitzungsabwicklung und -verwaltung zum größten Teil über die Pfadkomponente der URL unter Verwendung eindeutiger Kennungen für den Benutzer oder der Sitzung.
Angesichts der Leistungen von Computern in Mitte der 90er Jahre und deren CPU-Taktraten zwischen 25 und 180 MHz war der Betrieb interaktiver Webserver sehr teuer gewesen. Bezüglich dessen wurden häufig SPARC-CPUs und dessen Systeme von Sun Microsystem verwendet. Doch auch die waren damals alles andere als günstig.
1995/96 und der Boom des World Wide Web
Die Jahre 1995/96 waren Meilensteine für das World Wide Web und das Internet so wie wir es heute kennen. Mit zunehmender Nutzung blühten viele Dienste auf. Von kostenlosen Webhostern, Yahoo, über Auktionsplattformen wie eBay, bis hin zu Online-Shops wie Amazon. Insbesondere Software wie z.B. Microsoft Frontpage, der WWW Artist von Sierra und viele anderen, haben es den Menschen einfacher gemacht eine eigene Webseite zu erstellen und diese dann per FTP hochzuladen.
Neuere Programmiersprachen wie PHP und Microsoft Active Server Pages machten es viel einfacher Anwendungen für das World Wide Web zu erstellen. Cookies und JavaScript ermöglichten zudem eine wesentlich höhere Interaktivität, obwohl die Browser derzeit auch schnell mit der Ausführung von JavaScripten überfordert waren und es häufig zu Browserabstürzen gekommen war. Ganz zu schweigen von Java-Applets und dem damals allzeit beliebten Flash-Player von Macromedia, welcher im Jahre 1996 veröffentlicht wurde. Auch im Jahre 1996 veröffentlicht wurden CSS (Cascading Style Sheets).
Die Erstellung von Webseiten bestand damals noch ausschließlich auf Tabellenlayouts. So wurden derzeit zahlreiche Tabellen, Tabellen mit Tabellen miteinander verschachtelt. Internet-Updates gab es nicht, so dass es nicht ungewöhnlich war zu der Zeit noch auf relativ veraltete Webbrowser zu stoßen. Bezüglich den Browserkriegen von 1995 bis 1998 war die Browserübergreifende Unterstützung ein großes Problem gewesen. Von daher war die Verwendung von Tabellen der sicherste Weg eine Webseite zu gestalten. Abgesehen von den animierten GIF-Bildern, welche den Benutzer mitteilten, für welchen Browser die Webseite erstellt wurde. Stile für Elemente waren lediglich Stilattribute. Wollte man ausgefallene Stile nutzen, so mussten dafür letztlich Bilder und in Tabellen verpackte Bilder verwendet werden. Im großen und ganzen war das erstellen von Webseiten damals eine Spielerei mit Tabellen gewesen.
Angesichts der extrem langsamen Geschwindigkeiten in den Jahren 1995 bis 1998, welche Größtenteils bei 56kb oder 7 Kilobyte pro Sekunde langen, dauerte das Laden von Bildern auf Webseiten eine gefühlte Ewigkeit. So kam es vor, dass die Ladezeit von einem animierten GIF, welche z.B. den Lieblingsbrowser beworb, meist 2 Sekunden in Anspruch nahm. Bei vielen Bildern war es also nichts Ungewöhnliches, bis zu 30 Sekunden oder mehr warten zu müssen, bis eine Webseite vollständig angezeigt wurde. Content-Delivery-Netzwerke spielten keine Rolle und Latenz trug zum "Erlebnis" bei. Und das war in der Tat Wortwörtlich ein Erlebnis.
1997 bis 2000
Macromedia, zu denen Dreamweaver, Fireworks und Flash gehören, wurden für viele Professionelle Webmaster schnell zur Lösung der Wahl. Und das obwohl mit dem Einführung von CSS, JavaScript, PHP, sowie vielen anderen Programmiersprachen, die sich ausschließlich auf das Web konzentrierten, die Erstellung von Webseiten zu einer reinen Softwareentwicklungs- oder Ingenieuraufgabe wurde.

Macromedia Dreamweaver aus dem Jahre 1997/98
Bis zur frühen Jahrtausendwende im Jahre 2000 waren jedoch noch weiterhin viele Webseiten mit Tabellenlayouts gestaltet und es war auch nicht ungewöhnlich, alte Browser wie der Internet Explorer 3.0 im Umlauf zu sehen. Aufgrund das Webseiten im Laufe der Jahre immer interaktiver und Medienreicher geworden sind, bedeutete dies für Entwickler und Benutzer sich mit Plugins wie Flash, Java-Applets oder dem Real Player herum zu schlagen. Für den Benutzer bedeutete dies, dass sie ständig Plugins aktualisieren oder neue Plugins installieren mussten. Und das bei solch Download-Geschwindigkeiten, die selbst für damalige Zeiten deutlich unter einem akzeptablen Niveau lagen.
Real Player 6.0
Zum Ende der 90er Jahre gab es dann die ersten Video- und Musik-Streaming Dienste, von welchen allerdings selbst Breitband-Nutzer mit mehr als einem Megabit pro Sekunde nicht wirklich etwas genießen konnten. Zudem kam dazu, dass die Software wie die Produkte von Real Networks im Vergleich zur heutigen Open-Source Welt sehr teuer gewesen sind.
WML im Jahr 1998 – Die Geburt und Tot des mobilen Webs
Das Wireless Application Protocol (WAP), welches die Wireless Markup Language (WML) nutzte, konnte verschiedene Seiten in einem Kartensatz organisieren. Dies reduzierte die zu übertragende Datenmenge da damit mehrere Seiten zur gleichen Zeit an dem Benutzer übertragen werden konnte. Dies hat ein bisschen etwas von moderne Frontend-Frameworks von heute – schon wieder ein Déjà-vu? Angesicht der Galaktischen Preise von Mobilfunkanbietern, wurde das WAP jedoch schnell zu einem Beängstigenden Erlebnis, da dies in Sekundenschnelle sehr hohe Rechnungen verursachten konnte. Dem Benutzer gefiel es, wenn man es gelinde ausdrückt, aber eher weniger.
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Nokia 7110, das weltweit erste WAP-Telefon
Daraufhin starb das WAP und WML auch genauso schnell wie es geboren wurde. Obwohl es im technischen gesehen sehr interessant war, führte das kommerzielle Umfeld, in welchen sie eingesetzt wurden, letztlich zum Untergang. Leistungsfähigere mobile Browser wie der Mobile Internet Explorer auf dem Pocket PC, Windows Mobile und anderen mobile Browser machen das WAP überflüssig. Palm, Nokia und viele anderen entwickelten mit mehreren Ansätzen am mobilen Web, doch die meisten, wenn nicht sogar alle, scheiterten.
2002 – Das Jahr von Windows XP, IE 6 und Firefox
Das Jahr 2002 markierte die Geburtsstunde von Windows XP, Internet Explorer 6 und Firefox. Nach der Dotcom-Geschichte im Jahre 2000 reifte das Internet und das Web. Kommerzielle Dienste wie Online-Shops, Hotel- und Flugbuchungsseiten sprießen wie Pilze aus dem Boden. Durch die Weiterentwicklung von JavaScript, CSS und HTML mit HTML 4.01 entwickelte sich das Web zu dem, wie wir es auch unter "Web 2.0" kennen. Viele Browser waren nun erstmalig in der Lage sogar relativ komplexe Benutzeroberflächen-Komponenten wie z.B. Kalender, automatisch vervollständigte Textfelder, interaktive Tabellen, Karten und vieles mehr darzustellen.
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Phoenix 1.0
Mit dem Erscheinen von z.B. Google Maps zeigte das moderne "Web 2.0" seine Fähigkeiten auch umfassende Anwendungen bereitzustellen, welche zuvor nur als Desktop-Anwendung wie z.B. Microsoft AutoRoute möglich gewesen sind. Wikipedia als interaktiver Enzyklopädie verfügte mit Serverfarmen nun auch über ausreichende Datenbank-, Speicher- und Rechenkapazitäten, um damit große interaktive Websites zu betreiben.
Google Maps von Google Inc. im Jahre 2005
JavaScript war plötzlich auch in der Lage, das gesamte DOM zu manipulieren, Browser verfügten über ausreichend Leistung, um komplexe Seiten darzustellen, und CSS ermöglichte eine komfortablere Gestaltung bei Webseiten. E-Mail-Anwendungen, welche zuvor nur auf dem Desktop ausgeführt werden konnten, waren Hauptsächlich Web basiert. Mit jeder Verbesserung von HTML, CSS und JavaScript passte sich das Web immer mehr den Fähigkeiten von Desktop-Anwendungen an.
2008 – Die Wiedergeburt des mobilen Webs
Nach der Geburt in Mitte der 90er Jahren hatte das mobile Web im Grunde immer zwei erhebliche Probleme mit sich zu tragen, welches es daran hinderte weiter zu wachsen und zu etwas zu werden, was Menschen täglich benutzen würden
- Die galaktischen Preise der Mobilfunkbetreiber
- Webseiten welche nicht für kleine Bildschirme optimiert sind
Googles Android erblickte das Licht der Welt. Damit begannen auch immer mehr Webmaster und Entwickler mit der Erstellung mobiler Webseiten. In den Anfängen des mobilen Internets wurden mobile Geräte oft auf abgespeckte mobile Websites umgeleitet. Oft unter Domains wie wap.meinedomain.de bei denen der WAP-Dienst beibehalten und langsam auf das neue mobile Web umgestellt wurde.
T-Mobile G1 mit integriertem Webbrowser
Was einst Nokia damals nicht erreichte, hat Apple und Google endlich gemeistert: Das mobile Internet der breiten Masse zugänglich zu machen. Auch verschwanden langsam die berüchtigten mobilen Webseiten als 2012 die CSS-Medienabfragen eingeführt wurden, welches es Webseiten ermöglichte sich an verschiedenen Bildschirmgrößen, Geräte und Formen anzupassen. Zudem wurden auch mobile Browser Leistungsfähiger, so wie auch die zugrunde liegenden Geräte.
2020, 2021, 2022 ...
Am Anfang des Jahres 2020 hatten das Web und die Webbrowser nahezu alle Herausforderungen der vergangenen Zeit gelöst. Die Browser konnten jetzt Videos streamen, Bilder und Videos bearbeiten, sich an Endgeräte anpassen und praktisch jede Anwendung im Browser selbst ausführen. Dies sogar so weit, dass selbst ganze Betriebsysteme im Browser ausführbar waren, welche auf WebAssembly portiert wurden. HTML, CSS, JavaScript, WebAssembly und eine ganze Menge an nativer APIs sind heutzutage die Hauptkomponenten moderner Anwendungen. HTML hat es über den Browser hinaus geschafft, da es mit Frameworkds wie React, Electron und anderen auch für Desktop-Anwendungen und mobilen Apps zu einem gemeinsamen Standard geworden ist.
Bei vielen Betriebsystemen wie ChromeOS, Android, iOS und Windows wird der Browser immer stärker ins System integriert. Zudem nutzen immer mehr Anwendungen massiv das Web und HTML um Inhalte anzuzeigen oder Dienste bereit zu stellen. Mit dem Aufkommen von Software-as-a-Service werden nun auch moderne Unternehmensanwendungen schnell auf dem Browser umgestellt, womit der Benutzer letztlich von der Installationslast und komplizierten Lizenzierung entlastet wird.
Herausforderungen, die noch bestehen
Das testen von verschiedenen Browsern war damals sehr mühsam und ist es auch heute noch. Auch wenn der Internet Explorer derweil der Vergangenheit angehört, bleibt die Vielfalt von mobilen Geräten, unterschiedlicher Formfaktoren und die unterschiedliche Unterstützung von HTML5 eine Herausforderung. Bei Chrome, Safari und Firefox sind die Unterschiede zwischen den Browsern sowohl auf dem Desktop- als auch auf Mobilgeräten nicht mehr so gravierend wie es einst bei dem Internet Explorer und dem Netscape Navigator gewesen war.
Die heutigen Webanwendungen müssen sich viel mehr mit Mobilfunknetzen, Endgeräten welche sich über mehrere Netzwerke bewegen und Verbindungen auseinander setzen, welche aufgrund eines Verlustes der Netzabdeckung auch plötzlich abbrechen können.
Mit der Einführung des x-index brachte auch die Popup-Fenster mit sich. Mit zentrierten Ebenen welche dem Benutzer den Zugriff auf den eigentlichen Content der Webseite blockierte.
Durch die immer mehr zunehmende Komplexität von HTML, CSS und JavaScript wird es auch für Softwareentwickler immer schwieriger Webentwicklungen zu erstellen welche den Web-Standard entsprechen. Viele der heutigen Webseiten überschreiten sehr leicht 5 Megabyte und mehr, so dass die Leistungsprobleme aus der Vergangenheit auch in der heutigen Zeit noch nicht gelöst sind.
Was hältst du von langen Geschichte von HTML?
Schreib es uns in den Kommentaren oder diskutiere mit anderen in unserem Forum darüber.
Replies 2
Dragosius
.....
Belarus
Entschuldige bitte, aber bei solch einen nicht kleinen Artikel sollte ein Rechtschreibfehler wie solcher zu entschuldigen sein.
Darauf beruht sich auch der Artikel, dass es früher bedeutend schwieriger war als in der heutigen Zeit.
Mit welcher Begründung?
Gruss,
Andreas